Deutsches Atlantikwall-Archiv

Hirtshals

 

Zurück

Hirtshals und Løkken

Stand 10.05.2017

Das Örtchen Hirtshals, auf einem Plateau zwischen der Tannis- und der Jammerbucht gelegen, hat heutzutage einen gewissen Bekanntheitsgrad als wichtiger Fährhafen nach Norwegen bekommen. 
Östlich der Anleger befinden sich die - größtenteils angeerdeten - Reste des Artilleriestützpunktes Nord, der neben zwei 120 mm Geschützen dänischer Herkunft mit 4 französischen 105 mm K 331 ausgestattet war. Letztere waren in Geschützkasematten des Heeresregelbautyps R 671 installiert. Ein leichter Flugabwehrzug schützte die Anlage, deren Mannschaften in vollfestungsmäßig angelegten Bauwerken Unterschlupf fand.
Zusammen mit dem Artilleriestützpunkt Süd und zum Inland hin ausgerichteten Widerstandsnestern wurde die Stützpunktgruppe Hirtshals gebildet.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Anlagen des Ortes bildet der Artilleriestützpunkt Süd dabei eine Besonderheit: Seit einigen Jahren ist eine dänische Bunkerforschungsgruppe damit beschäftigt, die gesamte Stellung vollständig mit allen (!) ihren Bauwerken auszugraben und als Freilichtmuseum begehbar zu machen.

V 229 - Sockel für Würzburg-Riese

 

Der Museumsbunker ist ein V 174 - Stand für Funkmeßgerät

Die R 671 sind hinten mit einer hochführenden übertunnelten Treppe angebunden

Obwohl diese Arbeiten von Erfolg gekrönt waren, die Batterie fast schon zu einer Wallstatt für Bunkerfreunde wurde, nagt schon wieder der Zahn der Zeit - schlimmer noch: der Mensch - an den Bauwerken. Zum Schutz vor vandalierenden Jugendlichen, vor Fixern und anderen 'Gästen' wurden in den letzten Monaten wieder viele der Bauwerke verschlossen. Unangenehmer Nebeneffekt: Nässe dringt in die nicht mehr durch das Erdreich versiegelten Bauwerke ein und zerstört Bausubstanz, Info-Tafeln sowie insgesamt die ganze mühevolle Arbeit der dänischen Bunkerfreunde.
 
Lediglich einige Kilometer weiter südlich schließt sich schon die nächste Stützpunktgruppe an. Zum Schutz gegen feindliche Anlandungen wurden hier bei Lökken zwei Sperrbatterien errichtet.
 

Die Bauwerke der nördlichen dieser Sperrbatterien liegen malerisch abgerutscht am Strand und bilden seit Jahrzehnten ein beliebtes Fotomotiv unter den Bunkerfreunden. Lange wird diese Freude allerdings nicht mehr andauern, denn zu stark sind die Gewalten der jährlich wiederkehrenden Sturmfluten.

Die abgekippte Sperrbatterie Løkken Nord


Die Widerstandsnester in und um das Städtchen beachtet dagegen kaum ein Tourist, ja meistens fallen die Bauwerke noch nicht einmal auf, weil sie als Fundamente für Sommerhäuser dienen.
Auch die südliche Sperrbatterie findet man erst, wenn man schon kurz davor ist, die Suche aufzugeben. Immerhin liegt sie kilometerweit im Süden von Lökken.

 

[1] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall (vergriffen)
[2] DAWA Sonderband 31 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 2  (Neuauflage 2017 in Farbe!)



 

Willkommen ] Zurück ]

Stand: 17. Dezember 2016

Impressum
Harry Lippmann, Schmittgasse 151, D - 51143 Köln  - Telefon: (02203) 87818
Harry.Lippmann@deutschesatlantikwallarchiv.de