Deutsches Atlantikwall-Archiv

Cotentin West

 

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An der Westküste des Cotentin

Stand 12.12.2016

 

MG-Pilz nordwestlich Vauville Die langen Weststrände des Cotentin waren durch die extremen Gezeitenverhältnisse der Bucht von Mont St. Michel nicht unmittelbar durch eine großangelegte Landung gefährdet.
Nichtsdestotrotz wurden sie stützpunktartig gegen Kommandounternehmen und Landungen geringeren Ausmaßes gesichert. Dies geschah meistens durch Installation von kurzreichweitiger mittlerer Artillerie und Ständen für Panzerabwehrkanonen. R 676, vom Rost zerfressener Schartenplattenhebemechanismus
R 676 nordwestlich Vauville, nach Norden flankierend

Dominierend sind hierbei Kampfstände, die in zwei Richtungen wirken konnten [1] und die neben der 5 cm Kampfwagenkanone noch mit einem FT 17 Kampfwagenturm zur Rundumverteidigung bestückt waren.
 
Stand für 50mm Kampfwagenkanone mit Kampfwagenturm FT 17 Durch geschickte Anordnung dieser Kampfstände war es möglich, auch einen längeren Strandabschnitt deckend unter Feuer nehmen zu können.
Kampfstand für 50mm Kwk bei Vauville

Die anlandende Infanterie konnte mit dem MG aus dem Kampfwagenturm heraus frontal bekämpft werden, der an der Feindseite des Standes ringstandsförmig eingebaut war. Der Vorteil dieser Konstruktion lag vor allem im geschützen Zugang zum Kampfwagenturm. [1]
 
Kampfstand für 50mm Kwk bei Vauville Der Anbau für den FT 17 Kampfwagenturm
 
Ringstand für Kampfwagenturm am Strand von Vauville Die Zwischenräume zu den Kampfständen wurden mit kleinen Widerstandsnestern ausgefüllt, die zur Panzerabwehr Ringstände mit Kampfwagentürmen besaßen.

Die Fernsicherung der Strände erfolgte durch die Batterien auf der Halbinsel Jobourg westlich Cherbourg und durch die schwere Artillerie, die auf den Kanalinseln verteilt war.
Während der Strand von Biville im Nordwesten des Cotentin noch gut durch flankierende Kampfstände gesichert war, werden die Befestigungsanlagen in Richtung Süden bis Granville immer seltener.

Doppelschartenstand am Südstrand von Biville

Das Cap Flamanville war hier noch am stärksten mit Artillerie bestückt. Durch die Atomkraftanlagen in dieser Region ist davon nur noch wenig zu sehen.
 
 Lüfterturm für Maschinenstand Sortosville Neben den V1 - Stellungen im nördlichen Cotentin gibt es auch hier und da noch andere interessante Dinge im südlicheren Teil zu entdecken. Beispielsweise wurde der Maschinenstand der "Knickebein"-Anlage K 10 bei Sortosville für die Öffentlichkeit geöffnet.
Eingang Süd mit Resten der Ornamentik

Granville als wichtigste Hafenstadt in dieser Region wurde dann wieder stärker durch Marineküsten- und Flugabwehrbatterien geschützt. Die Expansion der Stadt führte zur Zerstörung der meisten Atlantikwallbauwerke. Nur im südlichen Weichbild der Stadt sind noch Reste einiger Stellungen erhalten.

Gesprengtes Geschützrohr der Marineküstenbatterie Granville

Man glaubt es kaum - auch auf dem allseits bekannten Mont St. Michel war ein deutsches Widerstandsnest installiert. Angesichts der Gezeitenverhältnisse hätte sich dort höchstens die Etablierung eines Vorgeschobenen Beobachters für die umliegende Küstenartillerie gelohnt.

Mt. St. Michel

Tausend Jahre "Gran 95" - heute kommen die Teutonen per Reisebus: der Mt. St. Michel.

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband   5 - Die 5 cm Kampfwagenkanone im Atlantikwall  (Neuauflage in Farbe!)
[2] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall  (vergriffen)
[3] DAWA Sonderband 17 - Militärmuseen in Frankreich
[4] DAWA Sonderband 30 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 1
[5] DAWA Sonderband 31 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 2  (Neuauflage 2017 in Farbe!)

   

 

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Stand: 17. Dezember 2016

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