Deutsches Atlantikwall-Archiv

UBB Lorient

 

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U-Boot-Basis Lorient

Stand 12.12.2016

Wegen seines felsigen Untergrundes, der flachen Zufahrt und der komplizierten Gezeitenverhälnisse rund um die vorgelagerten Inseln wurde der Hafen von Lorient vor dem II. Weltkrieg militärisch kaum genutzt. Dies änderte sich schlagartig mit Ankunft der Deutschen. Bereits 1940 wurden die ersten Anlagen zur Installation einer U-Boot-Basis geplant.

DOM-Bunker in der Verlängerung des Fischereikais

Strategisch günstig gelegen - von England weiter entfernt als Brest und, zumindest in den ersten Kriegsjahren, dadurch etwas sicherer vor der Royal Air Force (RAF).

"Dom"-Bunker für U-Boot des Typs II "Dom"-Bunker für U-Boot des Typs II

Die ersten U-Boot-Bunker waren zwei sog. DOM-Bunker, die aber lediglich ein Küsten-U-Boot des Typs II aufnehmen konnten. Die Boote wurden mittels Aufschleppe und Drehscheibe in die Bunker hineingefahren.

Drehscheibenfundament vor den Dom-Bunkern

Die gesamte Anlage wird von uns detailliert in [1] mit Skizzen und Fotos beschrieben.

 

 
Ebenfalls sehr früh (1941) wurde, flußaufwärts des Scorff, der SCORFF-Bunker errichtet. SCORFF-Bunker, von Norden aus gesehen

Eine hohe Deckenlast konnten die Seitenwände des Bunkers aufgrund des schlammigen Baugrundes nicht tragen. Auch der Scorff-Bunker war nur ein Übergang bis zur Fertigstellung der ersten KEROMAN-Werftbunker, deren Bau gleichzeitig vorangetrieben wurde. Im Verlauf des Krieges wurden hier nur noch Arbeiten an den U-Bootstürmen vorgenommen.

KEROMAN II und I Beim Bau der KEROMAN-Anlagen machte man sich den felsigen Untergrund zunutze und plante von Anfang an eine dicke Betondecke ein. Einen Nachteil hatte der felsige Untergrund allerdings.

Das Aussprengen der Baugruben für Naßboxen hätte zu lange gedauert und so entschloß man sich zu einer verbunkerten Aufschleppe. Hier fuhren die Boote auf ein Transportgestell und wurden dann aus dem Wasser herausgezogen. Oben angekommen, wurde das Boot mittels einer Bühne zum jeweiligen Trockendock verschoben. Kurze Zeit darauf wurde bereits der Bau von KEROMAN III begonnen, um auch Naßboxen für eine direkte und schnellere Zufahrt zur Verfügung zu haben.

Die Trockenboxen von KEROMAN Die Trockenboxen von KEROMAN

Diese Trockenboxen von KEROMAN I+II werden heute mehr oder weniger zu zivilen Zwecken genutzt. Herrschte nach Verlassen des Militärs noch eine gewisse Aufbruchsstimmung vor, so sieht die ganze Anlage einige Jahre später in einigen Teilabschnitten bereits recht verwahrlost aus.

KEROMAN III, links die Aufschleppschleuse KEROMAN III

Bis Anfang 1943 waren alle Großbauwerke fertiggestellt. In dieser Zeit erfolgte der Umschwung in der U-Boot-Kriegsführung durch die verbesserte Abwehr der Alliierten. Schließlich kam es zur U-Boot-Krise und zum forcierten Entwurf neuer Bautypen, um dieser zu entgehen. Hierfür wurde noch im Juni 1943 mit dem Bau des Großbunkers KEROMAN IV begonnen.

Nicht fertiggestellter KEROMAN IV Nicht fertiggestellter KEROMAN IV

Lorient ist mit diesen Großbunkern der größte aller U-Boot-Stützpunkte. Lange Zeit waren sämtliche Bunker gesperrt und teilweise noch militärisch genutzt. Seit wenigen Jahren erst kann man Teile der riesigen KEROMAN-Anlagen besichtigen. Man sollte hierbei immer die längere Variante der Führung wählen, weil wesentlich mehr Anlagenteile gezeigt werden.

 

Zur Vertiefung

[1] DAWA Nachrichten 33 - Die UBB Lorient 1998
[2] DAWA Sonderband 17 - Militärmuseen in Frankreich

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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