Deutsches Atlantikwall-Archiv

UBB St. Nazaire

 

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U-Boot-Basis St. Nazaire

Stand 30.11.2016

Der dritte und anlagentechnisch kleinste der bretonischen U-Boot-Stützpunkte liegt in St. Nazaire an der Loire. Diese U-Bootswerft wurde als erstes von der frz. Marine aufgegeben und fristete jahrzehntelang ein Dasein als Firmenstandort.

Der Werftbunker, südliche Naßboxen Der Werftbunker, nördliche Naßboxen

Die Zufahrt in die Loire-Mündung ist seicht und gezeitenabhängig. Um die U-Boote auch bei Ebbe gefahrlos (vor der RAF - der Royal Air Force) eindocken zu können, bzw. um in das innere Hafenbecken zu gelangen, war der Bau einer verbunkerten Schleuse notwendig.

Schleusenbunker, Ostseite

Die verbunkerte Schleuse dient heute als Fischereimuseum. Von ihrem Dach aus hat man eine gute Aussicht auf den gegenüberliegenden Werftbunker. Außerdem kann man neben Flugabwehrbettungen noch einen 6-Schartenturm bewundern.

Schleusenbunker, 6-Schartenturm

Der Werftbunker von St. Nazaire war jahrzehntelang - nahezu unverändert - in Firmenbesitz, konnte aber nach Absprache teilweise besichtigt werden.

Der Werftbunker, Südostecke Der Werftbunker, Südwestecke

In den letzten Jahren entschloß man sich im Zuge einer Neugestaltung der Innenstadt, den Bunker touristisch auszunutzen und ein submarines Erlebniszentrum zu bauen. Im Zuge dessen kann man weite Teile der Anlage, unter anderem auch das Dach, besuchen.

Das Dach des Werftbunkers mit Fla-Turm Das Dach des Werftbunkers

Wie auch in Brest und Lorient installierten die Deutschen in St. Nazaire Betonfangroste, um auftreffenden Bomben ihre Kraft durch Frühzündung zu nehmen und so die eigentliche Betondecke noch stärker zu schützen.

Betonfangrost auf dem Dach des Werftbunkers Betonfangrost auf dem Dach des Werftbunkers

Leider hat man zur Vorbereitung des Umbaues als Touristenattraktion den Bunker nicht nur total entkernt, sondern auch einige Rückwande eingerissen, so daß das Bauwerk im Original heute nicht mehr zu sehen ist.

Der ausgekernte Werftbereich

Heute ist dieser Bereich mit Leben, sprich, mit Ausstellungsstücken und Multimediashows ausgefüllt.

Pavillon in einer Box im Herbst 2002 Fußgängerrampe auf das Dach
 
Glücklicherweise wurde nicht alles zerstört. Wer sich die Basis genau anschaut, entdeckt überall noch interessante Details. Vor allem der Nordteil der Werft befindet sich immer noch unverändert im Firmenbesitz. Die Kampfräume für schwere MG und der Stand für den 5 cm Maschinengranatwerfer sind teilweise noch mit Interieur ausgestattet.
 
MG-Schartenplatte Der gleiche Bautyp der Platte hinter Beton geschützt
 

Zur Vertiefung

[1] DAWA Sonderband 17 - Militärmuseen in Frankreich

 

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Stand: 17. Dezember 2016

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