Deutsches Atlantikwall-Archiv

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Widerstandsnester

Stand 01.05.2013

Die schweren Waffen von Widerstandsnestern waren meistens flankierend eingesetzt und überkreuzten sich in ihrer Wirkung mit den Waffen benachbarter Nester. Durch diesen Feuervorhang sollte es gelandeten Feindkräften unmöglich gemacht werden, seitlich vorbeizustoßen.

R 631 bei Couregant Durch den flankierenden Einsatz war man vor Feindfeuer einigermaßen geschützt.
Diese Einbauart findet man daher am häufigsten im Atlantikwall. R 667 westlich Carnac
R 680 mit Ringstand 58c Das Feuer von Pak-Schartenständen wurde dabei oft durch einen abgesetzten Beobachter geleitet, der über eine Rundumsicht verfügte.

Soweit die Theorie. In der Praxis jedoch gelang es den Angreifern bei der alliierten Landung recht schnell, dieses flankierende Feuer entweder durch nicht nachlassenden Materialeinsatz unschädlich zu machen oder auch zu unterlaufen bzw. zu umgehen. Ein frontaler Durchstoß schlichtweg durch die Masse der Angreifer begründet, lag immerhin auch im Bereich des Möglichen, wie 1944 die Kämpfe um die Normandie zeigten und vorher die Massenangriffe der Sowjets an der Ostfront bewiesen.

Ein Maschinengewehr kann schließlich nur eine gewisse Anzahl von Schüssen abgeben, dann ist ein Rohrwechsel fällig. Dies gibt dem Angreifer eine gewisse Chance zum Durchbruch. Fallen zur gleichen Zeit benachbarte Waffen aus, kann dies der Angreifer weiter ausnutzen und sich einen Geländegewinn verschaffen oder diese Feuerpause sogar zum Sturmangriff nutzen. Hier sind noch die Laufgräben zum Ringstand erkennbar
Stellung einer 5 cm Kwk östlich Arromanches Rundum einsetzbare Waffen waren dagegen bei hoher eigener Feuerwirkung verwundbar, die Verteidiger fast schutzlos dem Angreifer ausgesetzt.

Am Beispiel der Kämpfe um den Omaha-Landeabschnitt wurde von den Verteidigern unter Beweis gestellt, daß festungsmäßig erstellte Kampfbunker nicht unbedingt sinnvoll sind: hier kann nur eine einzige Waffe eingesetzt werden, die als Punktziel angreifender Kampfwagen entweder niedergehalten oder sogar recht schnell ausgeschaltet werden kann. Am gesamten Omaha Abschnitt gab es nur eine Handvoll schwerer Kampfbunker, teilweise mit großen und ungeschützten Scharten für die hier eingesetzten Landeabwehrgeschütze und Panzerabwehrkanonen. Trotzdem vereitelten die Verteidiger, gut plaziert in verstreut liegenden Ringständen verteilt, stundenlang einen Durchbruch der Angreifer in Richtung des Hochplateaus vom Bessin.
 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall
[2] DAWA Sonderband 30 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 1
[3] DAWA Sonderband 31 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 2

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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