Deutsches Atlantikwall-Archiv

Troms

 

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Stand 08.11.2021

Von Petsamo bis zum Lyngenfjord erstreckte sich der Rückzug der Deutschen 1944. Das entspricht immerhin knapp 1.000 Straßenkilometern. Zu Fuß und im Winter zurückgelegt, wird diese Leistung in den Geschichtsbüchern heutiger Zeit überhaupt nicht gewürdigt. Kein Wunder, daß diese Tatsache nicht zur Allgemeinbildung von Mitteleuropäern gehört. Vor Ort liest/hört man von offizieller Seite nur die Greueltaten im Zusammenhang mit dem Befehl, beim Rückzug nichts Verwertbares mehr den nachsetzenden (was diese in der Praxis aber nicht taten) russischen Streitkräften zu hinterlassen.
Interessant waren für uns die Gespräche mit Norwegern, die eine sehr differenziertere Meinung hatten und uns reichlich über Begebenheiten berichteten, die die Besatzer in einem ganz anderen Licht erschienen ließen.

MKB Lyngen - Geschützbettung des Typs M 153

Ab dem Gebirgszug der Lyngen-Alpen kann man jedenfalls damit rechnen, auf vorwiegend unzerstörte Stellungen zu treffen, es sei denn, daß die Bauwerke der Nachkriegsdeminage zum Opfer fielen.

Tromsø ist die nördlichste 'Großstadt' Norwegens. Dementsprechend sind auch die (bunkerfreien) touristischen Angebote, die neben der bekannten Eismeerkathedrale, dem Polarzentrum und unterirdischen Kreisverkehren (als Kölner haben wir diese nicht ohne Neid betrachtet und genossen) auch die nördlichste Brauerei umfassen. 
 

Eismeerkathedrale  Die nördlichste Brauerei der Welt?! 
 
Der Hafen wurde - lange bevor hier die aus diversen TV-Serien bekannten Kreuzfahrtschiffe für eine touristische Invasion sorgen - von der Kriegsmarine intensiv genutzt. Nicht zuletzt hat er dies seiner geschützten Lage und seinen verschiedenen Zufahrtswasserwegen zu verdanken.

 

Ringstand am Grötsund, der nördlichen Zufahrt nach Tromsö


Die bereits angeschlagene TIRPITZ wurde auf der Reede von Tromsö vor der Insel Håkøy bis zu ihrer endgültigen Versenkung durch alliierte Bomberkommandos als schwimmende Flakbatterie vertäut.
 

Der Tirpitz-Anleger Gedenktafel

Weiteres über den vernichtenden Luftangriff auf die Tirpitz kann man bei einem Besuch des Küstenartilleriemuseums erfahren, das sich in der Marinebatterie Tromsø Süd etabliert hat. Hier ist übrigens eine ganz seltene Waffe ausgestellt: ein 38cm Raketenwerfer, den wir ausführlich in unseren DAWA Nachrichten beschrieben haben. [1]

 

Museum Tromsö Süd - 105mm SKL/45  Museum Tromsö Süd - 105mm SKL/45
 
In der Region Troms sind die meisten Batterien unverschartet aufgestellt gewesen. Der jeweilige Leitstand ist aber, wie auch in der Finnmark, nach Möglichkeit zumindest in verstärkt feldmäßiger Weise ausgebaut.

Leitstand der MKB Tromsö Süd

 
Tromsö Nord - MG-Bunker neuer Art Der Wichtigkeit des Hafens entsprechend ist das norwegische Militär noch heute befestigungstechnisch allgegenwärtig. Die Unterscheidung zwischen originär deutschen und nach 1945 erstellten Anlagen fällt oft schwer.

 

Zur Vertiefung:

[1]  DAWA Nachrichten 38 - Raketenwerfer RW 300 / 38cm  RAg M43
[2] DAWA Sonderband 19 - Militärmuseen in Nordeuropa

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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