Deutsches Atlantikwall-Archiv

Norwegen

 

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Der Atlantikwall in Norwegen

Stand 14.11.2012

 
Der ElchIn verstärktem Maße werden wir nach Begehungshinweisen für eine Norwegenfahrt gefragt. Zunächst einmal - um jeder Euphorie vorzubeugen - muß gesagt werden, daß die Distanzen, die zurückgelegt werden müssen, um auch nur einige markante Stellungen 'abzufahren', für einen Mitteleuropäer ganz neue Dimensionen bedeuten. Unser Ratschlag kann daher nur heißen: beschränken Sie sich auf nur einen Abschnitt dieses über 13 Breitengrade langen Landes!

Unter den besetzten Ländern, an deren Küsten der Atlantikwall errichtet wurde, bildet Norwegen sicherlich die große Ausnahme.

Nach der Besetzung Norwegens durch deutsche Invasionstruppen (im Zuge des Landeunternehmens 'WESERÜBUNG') wurden neben den bereits vorhandenen norwegischen Küsten- und Torpedobatterien auch deutsche Küstenbatterien installiert, die Küstenverteidigung angesichts der Eroberungserfolge des Heeres auf anderen Kriegsschauplätzen aber zunächst nicht weiter intensiviert.

Das änderte sich schlagartig gegen Ende des Jahres 1943, als die ersten militärischen Rückschläge, vor allem an der Ostfront, die Verwundbarkeit des okkupierten Terrains offenbarten.
Nach der alliierten Landung in der Normandie bekam die Verteidigung Norwegens als letzte Ausgangsbasis für atlantische Unternehmungen (nunmehr vor allem für die U-Boot-Kriegsführung) höchste strategische Priorität.
Nicht zu vergessen ist dabei die Bedeutung des Landes für die rüstungstechnisch lebensnotwendige Erzbeschaffung und die Möglichkeit, von hier aus die alliierten Nordmeer-Geleitzüge angreifen zu können.
   
Im Gegensatz zu anderen besetzten Ländern erfolgte in Norwegen - vor allem aufgrund der langen Küstenlinie - keine Zwischenfeldsicherung mittels betonierter Anlagen. An Verbindungsstraßen liegende Ortschaften wurden mit Kleinstanlagen als Befestigungsstütze (feldmäßige Unterstände, Ringstände) zu Widerstandsnestern ausgebaut, längere Fjordufer wurden nur durch Patrouillen überwacht. Natürliche Gegebenheiten wie Flußläufe wurden auch in Norwegen zur Geländebefestigung genutzt.
Prinzipiell kann man sagen, daß vor allem die äußeren Fjordeingänge, Hafenstädte und Fliegerhorste mittels ständiger Anlagen gesichert wurden, wobei hier der küstenartilleristische Einsatz dominiert.
Kiby - PzMauer zur gleichzeitigen Anstauung eines Gletscherbaches
 
Polarkreiszentrum Rovaniemi Wir beginnen unsere Reise in der Finnmark. Wer die Nordkapprennstrecke - die E 6 - scheut und es lieber gemütlich angehen lassen will, der wird die Anfahrt ab Göteborg oder Malmö längs der schwedischen Ostseeküste wählen. Kurz vor, bzw. an der finnischen Grenze kann man sich entscheiden, ob man direkt nach Narvik, zum Nordkapp oder wirklich bis in den nordöstlichsten Winkel Europas - die Region um den Varangerfjord - abbiegen möchte (haben Sie Ihre Familie dabei, dann besuchen Sie doch mit Ihren Kindern 'mal im Sommer den Weihnachtsmann: im Polarkreiszentrum bei Rovaniemi...).

Von Kirkenes bis nach Alta befindet man sich in der norwegischen Tundra, deren Straßen oft nur in den Sommermonaten zu befahren sind. Einige Verbindungsstraßen sind sogar bis zum Mai geschlossen. Die Anfahrten zu den Objekten der Bunkerbegierde führen entweder an langen Fjordufern entlang oder über das einsame Fjell - dem norwegischen Hochland - zu kleinen Ortschaften, deren größter Luxus eine Zapfsäule für Diesel und die obligatorische Anlegestelle der Hurtigroute ist.  

Das norwegische Fjell im Frühsommer Fjord bei Börselv
 
Beim Nordkapp grenzt der europäische Norden an die Barentsee - ohne den Einfluß des Golfstromes ist das Klima rauh und die Landschaft in weiten Teilen ohne höhere Vegetation. Vorsicht! Allgegenwärtig sind freilaufende Rentiere - im Sommer ohne Schlitten unterwegs! Rentiere

Über einen Abstecher nach Hammerfest führt uns die Route längs des Fjordsystems von Alta in die Region Troms. Die Landschaft ändert sich. Schlagartig macht sich der wärmende Golfstrom bemerkbar, die Fjorde werden kürzer, die Inseln zahlreicher und der Verkehr stärker. Teilweise 'üppige' Vegetation erschwert das Auffinden der noch vorhandenen Stellungen.
 
Wer in seinem zeitlichen Urlaubsbudget noch ein ausreichendes Polster (mindestens eine Woche) hat, sollte es sich nicht nehmen lassen, von Tromsö aus einen Abstecher über die Inseln Kvalöy (Brücke), Senja (per Fähre) und dann nach Harstad (wieder per Fähre) zu machen. Hier gehört der Besuch der 40,6 cm Batterie TRONDENES I zum Pflichtprogramm eines jeden Bunkerfreundes! 

Aber auch die Ofoten, die Vesteraalen und die Lofoten locken nicht nur mit touristischen Leckerbissen (während Ihre Begleiterin auf Walsafari im Polarmeer nördlich Andenes ist, können Sie sich ja die dortigen Befestigungsanlagen anschauen ...). 
Ankunft auf den Lofoten von Melbu aus

Wer keine Zeit mehr übrig hat, wird meistens auf die E 10 in Richtung Narvik einschwenken.

Von Narvik aus sollte man zumindest den (50 km langen) Abstecher nach Engelöya zur Batterie DIETL machen. Wieder zurück auf der E 6, gilt es als nächstes, in Fauske eine schwerwiegende Entscheidung über die Reiseroute zu treffen. Hier - im nördlichen Teil der Fylke Nordland - hat man die Wahl zwischen der ab Bodö längs der Küste und via Fähren über viele Fjorde führenden Rv 17 oder der schnelleren - aber recht bunkerlosen - Strecke durch das Landesinnere via E 6 bis nach Trondheim, eventuell verbunden mit einem Abstecher nach Örland. Kombinationen beider Routen oder Abstecher zur Küste sind nur an wenigen Stellen dieser knapp 600km langen Strecke möglich.
 
Von Örland aus kann man direkt mit der Fähre Brekstad - Agdenes über den Trondheimsfjord schippern, wenn man weiter in südwestlicher Richtung entlang der Küste fahren möchte.
Will man Trondheim besuchen, bietet sich die Fähre Rörvik - Flakk an.

Agdenes Fyr

Gleichgültig, für welchen Abstecher man sich entscheidet, man trifft sich wieder - ob touristisch oder bunkertechnisch begründet - am Atlanterhavsveijen westlich Kristiansund und wird von dort aus über Bud und Molde nach Ålesund weiter- oder in Richtung E 6 nach Mitteleuropa zurückfahren.

Atlanterhavsveijen

Ist man an dieser Stelle noch freier Herr seiner Zeit - oder hat die Fahrt erst in Trondheim begonnen - dann kann man von Ålesund aus den Südwesten Norwegens erkunden. Hier liegen die Festungen Bergen und Stavanger mit dementsprechend stark ausgebauten Befestigungsabschnitten.

Zuletzt geht es rund um den Oslofjord, wobei die Dröbak-Enge ein historisches "Muß" darstellt, erlitten hier die Deutschen mit der Versenkung der BLÜCHER durch die norwegische Küstenartillerie einen herben Verlust.


Zur Vertiefung:

[1]  DAWA Nachrichten 41 - Arquebus Kriegshistorisches Museum
[2]  DAWA Nachrichten 41 - Die HKB Maröy in Norwegen
[3]  DAWA Sonderband 19 - Militärmuseen in Nordeuropa

   

 

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Stand: 17. Dezember 2016

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