Deutsches Atlantikwall-Archiv

Narvik

 

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Am Ofotfjord

Stand 03.08.2017

Die strategisch wichtige Hafenstadt Narvik mit ihren sowohl maritimen als auch landseitigen Verkehrswegen wurde von den deutschen Besatzern großräumig gesichert. Voraus gingen heftige Gefechte im Rahmen der 'Weserübung' mit alliierten Kräften, die im Westen des Vestfjord begannen und sich bis in den Ofotfjord als dessen Verlängerung fortsetzten.

Narvik ist das Gebiet mit den meisten militärischen Schiffswracks, wurden bei den Kämpfen neben britischen auch etliche deutsche Überwasserstreitkräfte beschädigt oder zur Selbstversenkung gezwungen.
Ein Beispiel ist die Georg Thiele. Das Wrack dieses Zerstörers lag lange Jahre unbewegt im Rombakkenfjord östlich von Narvik. Mittlerweile "arbeitet" das Wrack: es dreht sich und sackt weiter ab. Ein Betreten ist lebensgefährlich geworden!
Das rechte Foto zeigt das Wrack im Jahr 2003, die Fotos unten 2006.
Es gibt in Narvik Tauchschulen, die geführte Tauchtouren zu den deutschen Zerstörern unternehmen. Mal etwas anderes als Kabeljau oder Schweinswale zu beobachten.
Die Georg Thiele 2003 [DAWA ALK]
Die Georg Thiele 2005 [Jonas Nibbia] Die Georg Thiele 2006 [Jonas Nibbia]
Im Bug der Georg Thiele [Jonas Nibbia] Im Bug der Georg Thiele [Jonas Nibbia]

Gegen landseitige feindliche Zugriffe eingerichtet, sind die Fjell-Übergänge der heutigen E 6 und E 10 zu nennen, an deren Trassen etliche Widerstandsnester installiert wurden, wobei die Kampfanlagen jedoch meistens feldmäßiger Natur waren.

Waren sie gut ausgebaut, dienen sie heute als Fundamente der allgegenwärtigen Fjell-Ferienhäuser.

Granatwerferstellung unterhalb Björnfjell Heute überbaute Bettung auf dem Björnfjell

Im engeren Umkreis der Stadt gibt es sowohl Infanterie- als auch Artillerie- und Flak-Stützpunkte, die den Erzverladehafen schützen sollten. In den seltensten Fällen kamen hier Regelbauten zum Einsatz.

Flugabwehrstellung beim Stadion Narvik R 634 als Brückensicherung im Südwesten der Stadt

Nach dem Krieg behielt Narvik seinen strategischen Wert - diesmal aber waren die Anlagen zum Schutz gegen Angriffe seitens des Warschauer Paktes eingerichtet. Man machte sich die deutsche Bautätigkeit, vor allem im Minierwesen, zu Nutzen und baute viele der unter deutscher Aufsicht erstellten Stollenanlagen unter Verwendung deutscher Panzereinbauteile und Lüftungsanlagen zu Luftschutzbunkern für die Zivilbevölkerung um. Noch heute kann man diese Anlagen gut finden, wenn man der entsprechenden Ausschilderung ('TILFLUKTSROM') folgt. Leider sind alle verschlossen.

Luftschutzstollen Luftschutzstollen mit deutscher Panzertür

Ihre Begleiterin will sich noch ein wenig in den Kaufhäusern umsehen? Gerne folgen Sie uns solange in das Kri(e)gsmuseum, direkt im Zentrum von Narvik an der E 6 gelegen und somit gar nicht zu verfehlen. Wohnmobilfahrer parken ihre dicken Schlitten sinnvollerweise oberhalb der Gleise etwas südlich vom Museum – die hauseigene Tiefgarage ist denn doch etwas zu flach geraten.

HOTCHKISS H-39 Der französische Kampfwagen Hotchkiss H-39 (hier noch in grüner Tarnfarbe), der auf dem Vorplatz zum ehemaligen Rotkreuzmuseum stand, dient heute im Kriegsmuseum als zentrales Kunstobjekt gegen den Krieg – und ist mit dem dunklen deutschen "Panzergrau" angestrichen. Nun denn, wem's gefällt ...

 

  

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband 19 - Militärmuseen in Nordeuropa

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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