Deutsches Atlantikwall-Archiv

Nordland

 

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Längs der Rv 17

Stand 03.08.2017

 
Haben Sie sich für die Küstenstraße entschieden? Dann können Sie in Bodø das Luftwaffenmuseum besuchen - während die Familie für einen Bummel in der Fußgängerzone 'geparkt' wird.

Bodö - vor dem Luftwaffenmuseum

Die eiligen Norwegentouristen werden uns hier verlassen und die E 6 über den Polarkreis hinweg bis nach Trondheim fahren. Neben den vielen Batterien auf der Südseite des Vestfjords verpassen sie auch die landschaftlichen Schönheiten der Reichsstraße 17, den berühmten Saltstraumen, zahlreiche Fährfahrten, die Sieben Schwestern und einige als Freilichtmuseum eingerichtete Küstenbatterien.
 

Die Batterie Grønsvik beispielsweise ist kaum zu verfehlen. Hier hat man sich die Mühe gemacht und jeden einzelnen Bestandteil der Stellung begehbar gemacht.

Lageplan der Batterie Grönsvik
Ausgestelltes Geschütz in der Batterie Grönsvik
Batterie Grönsvik - feldmäßig erstellter Unterstand Da mit den feldmäßigen Arbeiten bereits früh begonnen und diese im Kriegsverlauf immer weiter verbessert wurden, bieten sich vor allem für Freunde des Modellbaues viele Anschauungsobjekte.
Statt vollfestungsmäßig ausgebauter (sog. 'Ständiger') Anlagen wurden in Norwegen viele Hohlgangsanlagen als Unterkünfte und für die Munitionsbevorratung angelegt. Der Aushub minierter Anlagen entsprach dabei in etwa dem gleichzeitigen Verbrauch an Beton für Befestigungswerke.
Obwohl als Freilichtmuseum zu begehen, benötigt man zur Besichtigung wirklich aller Bauwerke mindestens 2 Stunden. An der Kasse ist eine kleine Broschüre über die Batterie erhältlich.
HKB Grönsvik - Felshohlbau für Lazarett
 
Im Gegensatz zur Batterie Grønsvik ist die HKB Brønnøysund Nord nur mit etwas Glück und dem richtigen Riecher zu finden. Von der Rv 17 zweigt ein schmaler Waldweg nach Norden ab, der lediglich mit dem regionaltypischen Hinweis 'Kriegsminnemerker' ausgestattet ist.

Wir sind diesen Hinweisen oft - auch kilometerweit über Schotter- und Sandpisten - gefolgt, um dann schließlich festzustellen, daß das ausgeschilderte Objekt nicht so ganz unseren Interessen entsprach. Im Falle der hiesigen Batterie jedoch ist es glücklicherweise ein Treffer. Folgt man dem Waldweg bis zu einer Kreuzung und steigt dann westlich den Weg hinauf (der, wie in Norwegen so oft üblich, natürlich nicht ausgeschildert ist), findet man nach kurzer Zeit die ersten Anzeichen einer Befestigungsanlage in Form eines doppelten HWB-Standes. Weiter bergan, stolpert man schließlich in den Batteriebereich. Neben einer 105 mm lFH 16 ist auch ein lange Zeit intakter 150 cm Scheinwerfer samt Stromerzeugeraggregat (SEA) zu finden. Das Ensemble illuminierte lange Jahre anläßlich von Feiertagen die ganze Gegend um Bronnøysund. Leider werden die Geräte nicht mehr gepflegt. Zur extremen Witterung Norwegens gesellen sich raffgierige Bunkertouristen und es kam wie es kommen mußte: die Geräte vergammeln und werden ihrer Einzelteile beraubt.

Batterie Brönnöysund - 105mm lFH 16

Batterie Brönnöysund - 150cm Scheinwerfer
Weiter gen Süden, sind westlich von Namsos am Kap bei Utvorda direkt zwei nebeneinanderliegende Batterien als Freilichtmuseum zu besichtigen. Auch hier stehen noch Geschütze in den Bettungen, allerdings auch hier nicht auf ihren originalen Drehtellern.

Kurz hinter Namsos hat man dann wieder die Qual der Wahl: über Steinkjer direkt nach Trondheim oder an die Nordküste des Trondheimfjordes nach Ørland.

 

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall
[2] DAWA Sonderband 19 - Militärmuseen in Nordeuropa
[3] DAWA Sonderband 31 - Bildband Heerresregelbauten Teil 2 (Neuauflage 2017 in Farbe!)

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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