Deutsches Atlantikwall-Archiv

Tag des Denkmals

 

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Kölner Luftschutz

Stand 04.10.2015

Am Tag des Denkmals werden in Köln nicht nur die preußischen Forts besichtigt, sondern es werden der Bevölkerung auch Luftschutzanlagen gezeigt, die sonst verschlossen sind. Einige díeser Anlagen erfreuen sich mittlerweile eines so hohen Interesses, daß sie auch zu regelmäßigen Besuchszeiten ganzjährig geöffnet sind.

 

Der Röhrenbunker am Reichensperger Platz

Unter einer Parkanlage am Reichensperger Platz wurde zu Luftschutzzwecken ein Röhrenbunker angelegt. Die Anlage wurde durch Zufall unverschlossen (und unzerstört!!!) aufgefunden. Mittlerweile wurde der Bunker durch die CRIFA gesäubert, gesichert und wiederhergerichtet. Ein Kleinod mitten in der Kölner Innenstadt – betreut durch die Mann(- und Frau)schaft des Kölner Festungsmuseums!

Der nördliche Zugang zum Röhrenbunker läßt nicht darauf schließen, daß sich hier unten "mehr" als beispielsweise nur ein Lüftungsschacht der U-Bahn verbirgt. Vielleicht blieb das Bauwerk daher so lange unentdeckt. Zugang Nord zum Röhrenbunker
Zugang zum Innenteil des Luftschutzbunkers Der Zugang zum Innenteil des Luftschutzbunkers
Von der Firma AUER stammen die Filteranlagen Filteranlage der Firma AUER
Verzweigung des Röhrenbunkers Verzweigung des M-förmigen Röhrenbunkers
Heizkörper, sanitäre Anlagen und der Nordzugang von innen Heizkörper
Sanitäre Anlagen Der nördliche Zugang von innen

 

Der Köln-Niehler Winkelturm

Als Außenstelle des Festungsmuseums Köln kann im Kölner Norden an jedem 3. Samstag im Monat (bitte erst nach erfolgter Vereinbarung) ein Luftschutzturm der Bauart Winkel besichtigt werden.

Der Luftschutzturm, Bauart Winkel [Uwe Kopp] Der Turm war lange Jahre für die Öffentlichkeit gesperrt.
Die CRIFA hat ihn in mühevoller Arbeit entrümpelt, gereinigt und wieder begehbar gemacht.
Am Tag des Denkmals (13.09.) 2015 konnte der Turm erstmals wieder einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Winkelturm in Köln-Niehl, oberes Stockwerk
Winkelturm in Köln-Niehl
Die Kölner ließen sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen und nahmen rege an den intensiven Vorträgen und Führungen teil, die die Geschichte des Bauwerks erläuterten.
Von der CRIFA wurden wir eingeladen, unsere Publikationen im Souterrain zu präsentieren.
Hier wurde auch eine Sammlung seltener Fotografien der Glanzstoff-Werke ausgestellt, die den Winkelturm zu Kriegszeiten als Schutzbau nutzten.
DAWA on tour - im September 2015
Haupteingang Die Führungen begannen durch den Zugang im Hochparterre.
Der zweite obere Ausgang blieb verschlossen. Zweitausgang
Im unteren Schutzraum Im großen Schutzraum wurden Vorträge gehalten.
Die Inschriften weisen darauf hin, daß der Schutzbunker nicht nur für die deutschen Werksangehörigen, sondern auch für die Fremdarbeiter genutzt wurde. ... besser ist das ...
Filter- und Lüftungsanlage Oben im Turm befinden sich heute noch die Installationen der Lüftungsanlage ...
... sowie die Meldeanlagen der Luftraum- und Brandbeobachter. Meldegeräte für den Turmwart
Überdruckventil Überall sind noch die Überdruckventile an Ort und Stelle.
Der Eingang zum Souterrain, hier beträgt der Durchmesser des Turms 18,60m. Eingang zum Souterrain

 

Zur Vertiefung:

[1] Ein Bericht über den Kölner Winkelturm ist in unserem Heft 52 der DAWA Nachrichten zu finden. Darin auch ein kurzer Abriß über die Glanzstoff-Courtauld-Werke.

 

 

Weitere Luftschutzanlagen Kölns

Als eine der meistbombardierten Städte Deutschlands hatte Köln schwer unter der alliierten Lufthoheit zu leiden. Relativ nah an Deutschlands Westgrenze gelegen, wurde Köln schon recht früh mit Luftschutzanlagen für die Zivilbevölkerung und Werktätigen ausgestattet. Diese waren von vielfältigster Bauweise: vom einfachen Deckungsgraben (überdeckt oder offen), über Luftschutzkeller, Spitz- und Röhrenbunker (wie oben beschrieben) bis hin zu den großen unter- und oberirdischen Luftschutzbunkern. Dazwischen im bunten Mix Gefechtsstände oder Leitbunker. Einige davon sollen nachfolgend vorgestellt werden. Teilweise werden die Anlagen anläßlich der Aktionstage Tag der Kölner Forts oder Tag des Denkmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Im ehemaligen Bahnbetriebswerk Nippes wurde ein Fernmeldebunker der Reichsbahn betrieben. Vom Bw ist nichts mehr zu sehen, der Bunker ist aber noch vorhanden und wird gelegentlich zu Besichtigungen geöffnet (siehe Sonderband 16 - Militärmuseen in Deutschland).

Bunker der Reichsbahn Bunker der Reichsbahn

Der Jäger-Leitbunker KOLIBRI ist der Bevölkerung eher als Zoobunker bekannt. Das Bauwerk wird heute noch genutzt, seine Peripheriebauwerke sind noch erhalten, aber weitgehend ungenutzt.

KOLIBRI, auf dem Dach Zugang zum Maschinenraum
Maschinenstand KOLIBRI Maschinenstand KOLIBRI
KOLIBRI, im Keller KOLIBRI, im Keller
Installationen im KOLIBRI auf dem Gelände vom KOLIBRI

Direkt am Hauptbahnhof (Seite Breslauer Platz) sieht man ein verglastes Gebäude. Dahinter versteckt sich der - bereits in seiner Planung vom Architekten Riphahn als Hochgarage für Kfz angelegte - oberirdische Bahnhofsbunker, der heute teilweise wieder als Garage der RWZ genutzt wird.

RWZ-Bunker, Ein- und Ausfahrt zum Hochbunker In der Garage RWZ-Bunker: SUV's dürfte hier ihre Probleme haben

Springen wir hinüber zur anderen Rheinseite. Im Ortsteil Mülheim steht an der Berliner Straße ein unter Nutzung stehender Hochbunker.

Hochbunker an der Berliner Straße in Köln-Mülheim Hochbunker an der Berliner Straße in Köln-Mülheim

Im Deutzer Hafen (Südostecke) findet man noch diese Splitterschutzzelle für den Brandschutzmelder.

Splitterschutzzelle im Rheinauhafen 2008 Splitterschutzzelle im Rheinauhafen 2008

Weiter südlich, im Ortsteil Poll (an der Siegburger Straße), wurde jahrzehntelang ein flacher Hochbunker als Lagerhaus genutzt. 2008 umgebaut, ist er heute als Nobel-Eigentumsimmobilie nicht mehr wiederzuerkennen.

LS Bunker in Köln-Poll 2008 LS Bunker in Köln-Poll 2008

 

    

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Stand: 17. Dezember 2016

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