Deutsches Atlantikwall-Archiv

Festung Köln

 

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Das preußische Köln

Das Zwischenwerk VIIIb

Stand 04.10.2015

Das Zwischenwerk VIIIb, links neben dem jetzt übererdeten Fort VIII im Bereich des Rodenkirchener Golfplatzes gelegen, gehörte zu dem äußeren Gürtel von Befestigungsanlagen, welcher in den Jahren 1873–1877 errichtet wurde. Es kann wohl als das besterhaltenste Werk dieses Bereiches bezeichnet werden.

Über dem Hauptzugang des Zwischenwerkes VIIIb wartet die Arbeit auf die Kollegen vom C.R.I.F.A.
Die Zugbrücke zum Innenbereich des Werkes wurde bereits vollständig renoviert und ist heute voll funktionstüchtig.

Erbaut wurde das Zwischenwerk VIIIb im Jahre 1876 in Form eines Trapezes. Das Mauerwerk, auch das der sorgfältig gearbeiteten Kontereskarpenmauer, besteht aus Ziegelsteinen – vermutlich Feldbrandsteine.

Die Mauerstärken liegen zwischen 1 m und 3,50 m. Nach 1885 wurden die Decken und Wände verstärkt. Ursache hierfür war das Aufkommen der so genannten Brisanzgeschosse.
Ein 4,5 m tiefer und 9 m breiter Graben umgab die Anlage.
Zustand des Zwischenwerkes VIIIb im Jahr 2013

Im Fortgraben – heute auch als Skulpturenpark bezeichnet – befinden sich einige Eisen-Skulpturen eines zeitgenössischen Künstlers aus den 70er Jahren.

Im Fortgraben

Die Bewaffnung des Zwischenwerkes bestand aus einer 15 cm Ringkanone (praktische Reichweite 6.000 m) und drei 9 cm Geschützen (praktische Reichweite von ca. 4.500 m). Zusätzlich gab es Aufstellungsmöglichkeiten für vier weitere Geschütze. Die Besatzung sollte etwa 150180 Mann betragen.
Die beiden Flankengräben und der Frontgraben mit Kontereskarpenmauer sind noch vorhanden, der Kehlgraben wurde später auf Straßenniveau eingeebnet. Eine doppelte Kaponiere an der Südostfront und eine einfache an der Südwestfront sicherten den Front- und die Flankengräben. Beide mußten wie die Eskarpenmauer und die Traversen nach 1919 gemäß den Abrüstungsbestimmungen im Versailler Vertrag entfernt werden. Für den Kehlbereich war die noch existierende Kehlkaponiere zuständig.

Die Grabenverteidigung Grabenverteidigung
Grabenverteidigung, Kampfraum Im Kampfraum der Grabenverteidigung
Auf der Werkoberfläche wurde ein mittlerweile etwas verwilderter Rosengarten angelegt. Rosengarten auf dem Glacis
Treppe zur Werkoberfläche Die in den 20er Jahren hier angebaute Treppe ermöglicht den Zugang zum Garten.

Mit Billigung der unteren Denkmalbehörde der Stadt Köln hat das C.R.I.F.A. (Cologne Research Institute of Fortification Architecture) das Zwischenwerk VIIIb als Arbeits- und Studienobjekt auswählen können. Der originale Zustand der Fassaden und Räume wird bei den Restaurationsarbeiten angestrebt. Mittlerweile hat der Verein
- in ehrenamtlicher Arbeit alle Räume von Müll und Schutt gesäubert,
- die noch existierende Klappbrücke wieder gangbar gemacht
- das Zwischenwerk als Studienobjekt für befreundete Vereinigungen aus Koblenz und Berlin zur Verfügung stellen können,
- den
Brunnen des Werkes ausfindig machen können (mittlerweile konnte dieser bereits teilweise gesäubert werden),
- den Eingangsbereich neu gestaltet und mit Pflastersteinen auslegen lassen
- die
noch vorhandenen Räume für Ausstellungen, Führungen oder sonstige Veranstaltungen nutzbar gemacht
- das Fort als Festungsmuseum Köln deklarieren können
.

Das Zwischenwerk VIIIb bildet heute beim Tag der Kölner Forts und beim Denkmaltag der Stadt Köln einen festen Bezugspunkt in der Museumslandschaft. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Restaurationsarbeiten gedeihen und sich das Zwischenwerk VIIIb in immer besserer Erhaltungsform den Besuchern präsentiert - dank der unermüdlichen Arbeit des C.R.I.F.A.  Sogar an der Langen Nacht der Kölner Museen beteiligt man sich und präsentiert das Fort in uriger nächtlicher Atmosphäre.

Wenn Sie uns am DAWA - Stand besuchen (hier 2008), lassen Sie sich nicht von den "abgegriffenen" Ansichtsexemplaren abschrecken - wir halten natürlich immer druckfrische Hefte zur Mitnahme bereit ! Im Zwischenwerk VIIIb [Michael Oehlrich]
Im Zwischenwerk VIIIb [Uwe Kopp] Füttern verboten -
auch wenn von draußen der leckere Duft von frisch gegrillten Bratwürstchen hereinweht
Anke steht mehr der Sinn nach etwas Flüssigem
Redaktionssitzung unter freiem Himmel:
Uwe Kopp erörtert mit Harry Lippmann die Vision eines DAWA Sonderbandes über die Luftschutzanlagen in Köln.

Angesichts der Besuchermassen beim Besuch eines Luftschutzbunkers scheint ein gewisser Informationsbedarf in der Öffentlichkeit vorhanden zu sein.

Unser DAWA Stand am Tag des Denkmals im September 2013

Mittlerweile nimmt das Festungsmuseum der Stadt Köln, für welches bereits eine Reihe von Ausstellungsstücken gespendet wurden, Gestalt an. Der Fortgraben und die Werkoberfläche können jederzeit besichtigt werden. Jeden 1. Samstag im Monat werden interessierten Besuchern sachkundige und dabei kostenlose Führungen (um 12h, 14h und 16h), bei Bedarf (bitte anmelden) auch in französischer und englischer Sprache, angeboten.
Das Zwischenwerk VIIIb liegt an der Militärringstraße 10 (Ecke Konrad-Adenauer-Straße) in 50996 Köln-Marienburg.
Nähere Informationen über das Zwischenwerk, den Röhrenbunker am Reichensperger Platz, den Köln-Niehler Winkelturm, über Aktivitäten des CRIFA sowie über eine eventuelle Mitgliedschaft erhalten Sie bei:
info@crifa.de
www.crifa.de

 

Die rechtsrheinischen Forts des Kölner Festungsgürtels

Längst nicht alle Forts sind in Köln erhalten geblieben. Nach ihrer Schleifung gemäß den Waffenstillstandsvereinbarungen des Versailler Vertrages blieben von den meisten Anlagen nur noch die "ungefährlichen" (Kehl-)Kasernenkomplexe und Teile der umgebenden Fortgräben erhalten. Auch diese verfielen im Laufe der Jahre oder wurden schlichtweg beseitigt, um neue Infrastruktur, vor allem Wohnraum der nach dem II. Weltkrieg stark expandierenden Stadt Köln zu schaffen. Immerhin, es bleibt noch genügend übrig, um auf Entdeckungsreise zu gehen. Auch hier macht sich die CRIFA verdient, in dem der Verein Bestandsaufnahmen vornimmt und sogar Touren längs des Fortgürtels anbietet. Schauen wir uns einige der noch erhaltenen Anlagen an, die wir im Rahmen einer solchen CRIFA-geführten Fahrradtour im Frühjahr 2015 besichtigt haben.

Das Zwischenwerk IXa, in den Westhovener Rheinauen liegend, ist das erste Werk, welches sich an der östlichen Rheinseite (von uns Kölnern liebevoll-scherzhaft als "Schäl Sick" bezeichnet) befindet. Es wird bei einem höheren Hochwasser gelegentlich geflutet. Seine Kehlkaserne kann - je nach momentanen Zustand - begangen werden und ist sogar touristisch ausgeschildert. Hier befand sich noch vor einigen Jahren das Freigelände der belgischen Garnison in Westhoven, deren Flußpioniere bis in die 90er Jahre hinein Übungen in den Rheinauen und auf dem Fluß veranstalteten

Zwischenwerk IXa Zwischenwerk IXa

Das Fort IX liegt auf abgesperrtem Terrain direkt südöstlich des Bahnüberganges Gremberg an der Porzer Ringstraße. Seine Kehlkaserne ist nomalerweise nicht begehbar, wird aber zu Aktionstagen geöffnet.
Nördlich flankiert wird es vom Zwischenwerk IXb im Gremberger Wäldchen. In die erhaltene Kehlkaserne kann man mit etwas Findigkeit hineingelangen.

Zwischenwerk IXb

Vom das Fort X südlich flankierenden Zwischenwerk Xa sind nur noch die Grenzsteine übrig geblieben. Heute befindet sich hier ein Parkgelände. Zwischenwerk Xa, Grenzstein

Das Fort X ist mit seiner von Vereinen genutzten Kehlkaserne am Nohlenweg gut erhalten, während das anschließende Zwischenwerk Xb geräumt wurde und das kleinste der Kölner Zwischenwerke, das Zwischenwerk Xc nahe des Buchheimer Rings nur noch in Ansätzen Reste seiner Kehlkaserne aufzeigt.

Fort X

Zwischenwerk Xc

Zwischenwerk Xc

Nach einer kleinen "Durststrecke" treffen wir auf die noch erhaltenen Teile des Zwischenwerk XIa.
In seiner Kehlkaserne am Herler Ring wurde auf urgemütlichste Weise ein Vereinslokal eingerichtet.

Zwischenwerk XIa

Festungsbaukunst im Zwischenwerk XIa

Die Rückseite des Fort XI an der Piccoloministraße ist wiederum recht gut erhalten. Seine Kehlkaserne wird von verschiedenen Vereinen genutzt und gepflegt.

Fort XI

Das Zwischenwerk XIb liegt nun schon recht weit im Kölner Nordosten an der Cottbuser Straße. Die Kehlkaserne ist verschlossen, wird aber an Aktionstagen zugänglich gemacht.
Hier soll unser rechtsrheinischer Besuchstrip an Köln vorbei vorerst enden.

Zwischenwerk XIb

Zwischenwerk XIb

Absolut empfehlenswert, um als Neueinsteiger einen Überblick zu erhalten, ist die Broschüre Festung Cöln von Robert Schwienbacher. Vom Kölner Festungsmuseum herausgegeben, ist man mit dem Heft für nur 5 € rundum bestens informiert und hat die nächsten Wochenenden gut mit Besichtigungen im preußischen Köln zu tun ...

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Stand: 17. Dezember 2016

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