Deutsches Atlantikwall-Archiv

Saar

 

Zurück

Stand 29.12.2011

Entlang der Saar sind die meisten Anlagen des Westwalls erhalten geblieben. Einige Beispiele sollen den Erhaltungszustand dokumentieren. Fast alle nachstehend gezeigten Bauwerke sind als Museen ausgewiesen.

Zwischen der Mosel nördlich Perl und der Saar bei Orscholz verläuft über Sinz der sog. Orscholz-Riegel. Einige Bauwerke davon sind zwar erhalten, aber zugeerdet. Einer davon, ein Gruppenunterstand des (neueren) Typs R 501 wurde freigelegt und begehbar gemacht.

R 501 in Sinz R 501
(hinten am Hang)
Sinz

Unterhalb von Orscholz fließt die Saar in der bekannten Schleife auf Mettlach zu. Die meisten ufernahen Bauwerke hier und um Saarhölzbach wurden mittlerweile zugunsten der Saarerweiterung zur Großschiffahrtsstraße beseitigt, entfernter liegende haben aber die Abrißarbeiten überlebt.

Hinter der Brauerei zu Mettlach ist beispielsweise noch ein doppelter MG-Schartenstand mit Kleinstbeobachtungsglocke erhalten geblieben. Mit diesem Bunker scheint es eine seltsame Bewandtnis zu haben. Auf diversen Flugblättern wird das Bauwerk als "Museum" bezeichnet. Auf einer Tafel wird zudem erläutert, um welchen Typ es sich handelt.
Die menschliche Neugier wird spätestens jetzt davon ausgehen, daß dieser Regelbau B 1/7a zu besichtigen sei! Weit gefehlt?! Denn als wir Außenaufnahmen von der Straße aus (!) anfertigten, die zum Parkplatz der Brauerei (mit Gaststättenbetrieb und zudem Blick von der Terrasse auf den Bunker) führte, wurde uns Verbotenes Tun vorgeworfen. Der sich beschwerende Herr stellte sich im Verlaufe des Gesprächs als Besitzer (Pächter?) des Bauwerkes vor und untersagte uns, weitere Fotos von dem Bunker zu machen. Vor allem wolle er nicht, daß wir diese Aufnahmen veröffentlichen.

Beim Fotografieren wird hier mit Rechtsanwalt gedroht Regelbau B 1/7a
Doppelschartenstand
mit Kleinstglocke
Mettlach

Eigentlich waren wir für Recherchearbeiten zur Neuauflage des DAWA Sonderbandes 16 u.a. nach Mettlach gefahren, um zu schauen, wie der Bunker - den wir von früher kannten - heute nach seiner Privatisierung und Restauration zum Museum (also immerhin ein Objekt öffentlichen Interesses) aussieht. Auf unsere Frage, daß ja wohl auch andere Personen während der regulären Öffnungszeiten sogar innerhalb des Bauwerkes fotografieren würden, kam dann heraus, daß Herr J.-M. T. seine Unbill an der Größe unserer Kamera, resp. an unserer fotografischen Ausrüstung festmachte.

Ein Museum (!), welches noch nicht einmal von einer öffentlichen Straße aus fotografiert werden darf (jedenfalls nicht mit einer digitalen Spiegelreflex-Kamera) ...

Unsere Bildberichterin Anke empfiehlt:
einen Holzzaun - ausreichend hoch!

Wir verständigten uns schließlich darauf, daß das DAWA "einen zur Veröffentlichung geeigneten Text"  innerhalb einer Woche zur Begutachtung erhalten würde. Wir warten noch immer darauf ... (mittlerweile schreiben wir das Jahr 2012).
Im Laufe der letzten 20 Jahre haben wir mit hunderten Museumsbesitzern gesprochen. Spätestens, wenn wir uns als Mitarbeiter des DAWA zu erkennen geben, sind wir immer willkommen und eine etwaige Furcht vor Ausspähung der Exponate oder andere Ängste sind sofort vergessen. Es gab nur drei Ausnahmen, wovon zwei im Saarland anzutreffen waren, beide dem Verein Westwallmuseen Saar-Mosel e.V. angehörend ...

Eine Anlage ganz anderen Kalibers ist das B-Werk von Besseringen. In den letzten Jahrzehnten hat sich sowohl mit dem Bauwerk als auch mit dessen Betreuung eine immense Wandlung vollzogen. Mittlerweile kann das B-Werk zu regelmäßigen Zeiten besichtigt werden. Die durch die Anlage führenden Mitarbeiter sind zuvorkommend und offen für alle Fragen.

B-Werk in Besseringen B-Werk
Eingangshof
Besseringen
B-Werk
Aufgang zur Infanterie-
kleinstbeobachtungsglocke
Besseringen
B-Werk in Besseringen
B-Werk in Besseringen B-Werk
Appetitlich
eingerichteter
Vorratsraum
Besseringen

Etwas oberhalb des B-Werkes Besseringen lag versteckt unterhalb des Straßendamms ein weiteres Westwallschmuckstück. Leider ist dieser R 1 (MG-Schartenstand) mittlerweile durch den Ausbau der Straße beseitigt worden. Dieser Verlust ist schmerzlich und schade, wurde der Bau doch auf liebevollste Weise restauriert.

R 1 in Besseringen Es war einmal:

R 1 - MG-Schartenstand
Schartenfront
Besseringen

Leider zerstört:

R 1 - MG-Schartenstand
Eingang
Besseringen

R 1 in Besseringen
R 1 in Besseringen Leider zerstört:

R 1 - MG-Schartenstand
Eingangshof
Besseringen

Wandert man aufmerksam durch das Saarland, sind überall noch Details zu entdecken.

nein, wir verraten nicht, wo ... irgendwo an der Saar ...

Den Saarland-Abstecher soll vorerst - bis zum nächsten Upgrade dieser Seite - der R 10a in Bietzen beschließen. Leider war das Bauwerk verschlossen und es sah nicht danach aus, daß die Anlage zum Zeitpunkt unseres Besuches öffentlich zu begehen ist.

R 10a in Bietzen R 10 - MG-Schartenstand
Schartenfront
Bietzen
Es gibt auch ungefährliche Bunkerforscher,
hier beispielsweise beim Besuch des R 10a in Bietzen
R 10a in Bietzen

Fortsetzung folgt ...

      

Willkommen ] Zurück ]

Stand: 17. Dezember 2016

Impressum
Harry Lippmann, Schmittgasse 151, D - 51143 Köln  - Telefon: (02203) 87818
Harry.Lippmann@deutschesatlantikwallarchiv.de