Deutsches Atlantikwall-Archiv

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Westwall - Relikte

Stand 14.10.2009

Im Gegensatz zum Atlantikwall, der an vielen Stellen von örtlichen Vereinigungen oder auch öffentlichen Stellen (nur im Ausland!) als Denkmal geschützt wird, fristen die Reste des Westwalls ein kümmerliches Dasein bis zu ihrem Ende durch die Abrißbirne des Bundesvermögensamtes. Weniges ist hier unter Denkmalschutz gestellt, einige wenige Museen (deren Öffnungszeiten und Kontaktadressen in unserem Sonderband 16 - Militärmuseen in Deutschland - nachzulesen sind) halten die Erinnerung wach, mehr oder weniger gut durch die öffentliche Hand unterstützt.

Heute gibt es - regional unterschiedlich - noch mehr oder weniger gut erhaltene und mehr oder weniger viele Anlagen zu sehen. In NRW beispielsweise schreitet die Bunkerbeseitigung so zügig voran, daß bald nichts mehr vom Westwall zu finden sein wird. Vielleicht noch hier und da ein Höckerhindernis, welches zu schützen sich Landschafts- und Naturschützer auf ihre Fahnen geschrieben haben, um die heutigen Öko-Nischen den gefiederten Freunden zu erhalten.

In der Schneeifel Die Höckerlinie in der Schneeifel

Mit den Unterseiten Dettenheim und Ettlinger Riegel als Beginn einer Reihe wollten wir nach und nach interessante Westwallreste schwerpunktmäßig aufzeigen. Mittlerweile wurden wir von einigen Westwall-Liebhabern gebeten, diese Seiten aus dem Netz zu nehmen, weil sie meinten, daß die deutsche Administration unsere Seiten als Anlaß oder sogar Ursache nehmen könnte, ein erhöhtes Gefährdungspotential für Besucher dieser Anlagen festzustellen. Die Folge wäre ein beschleunigter Abriß der noch erhaltenen Anlagen. Ob und inwieweit diese Sorgen berechtigt sind, können wir nicht nachprüfen.

Ebenso bedenklich ist ein anderes Problem, auf das wir immer wieder hingewiesen werden: es mehren sich Einbrüche und mutwillige Beschädigungen in/an Westwallbunkern, die zu kleinen Museen ausgebaut wurden. Leider geschehen diese Dinge europaweit: es werden komplette Großexponate gestohlen, die auf den Freigeländen vor den Museen aufgestellt sind.
Im Interesse der heute noch existierenden Bauwerksreste kommen wir den Bitten unserer Forscherkollegen daher sicherheitshalber nach und haben alle Ortsbezeichnungen bzw. Detailangaben entfernt.
Höckerlinie in der Schneeifel

Desweiteren werden bereits einstellfertig vorbereitete Seiten mit nichtmusealen Bauwerken bei Aachen, in der Eifel und im Saarland vorerst nicht veröffentlicht.
Die Leidtragenden sind die vielen freiwillig Engagierten, Hobbyforscher und historisch Interessierten. Während die offiziellen Aktionen des Bundesvermögensamtes zumindest Unverständnis hervorrufen, kann man Dieben und Randalierern nur Abscheu entgegenbringen. Als zwangsläufige Folge müssen privat geführte Bunkermuseen zum Schutz gegen zwielichtige Individuen wie eine Festung verschlossen und geschützt werden - obwohl im Inneren nichts Wertvolles aufbewahrt wird. Mittlerweile werden alle bewegliche Gegenständen von den Besitzern nach einem Besuchstag sichergestellt und mitgenommen. 

In Rheinland-Pfalz werden Bauwerke des Westwalls zwar auch beseitigt, aber noch stehen viele Ruinen in den Waldgebieten der Grenzregion.

Im Saarland haben Hobbyforscher die beste Möglichkeit, noch eine Vielzahl unterschiedlicher Regelbauten ungesprengt besichtigen zu können.

Ob das Loch wohl groß genug ist ...? HLK bei der Arbeit [Foto DSK]
R 519 des Westwallmuseums Bad Bergzabern [Foto GLR] In Richtung Bad Bergzabern gibt es neben dem Artilleriemuseum noch weitere interessante Bauten bei Steinfeld (u.a. Höckerlinie).

Bei Dettenheim ist eine Gruppe von vier Regelbauten der 100er Serie gesprengt, aber noch identifizierbar erhalten geblieben. Die Westwall-Linie am Rhein entlang ab Karlsruhe bis Basel ist größtenteils bereits verschwunden. So wurden die letzten erhaltenen Anlagen im Karlsruher Rheinhafen ebenfalls vor einigen Jahren beseitigt. Die Trümmer im Wald nördlich von Karlsruhe sind dagegen noch sichtbar. 

Der Rhein nördlich von Karlsruhe R 102v im Wald nördlich Karlsruhe

Als Vorläufer des Westwalls kann der Ettlinger Riegel südlich von Karlsruhe angesehen werden. Dieser verläuft vom östlichen Rheinufer bis zu den Ausläufern der ersten Höhenzüge des Schwarzwaldes. Hier existieren sehr frühe Bauten, die noch vor dem Bau des Westwalls konstruiert worden sind (siehe hierzu unseren Bericht in den DAWA Nachrichten 38).

Oft von Besuchern unbemerkt sind Reste des Westwalls, die man hier nicht vermutet. Bunkerzugang im Brückenkopf
So wurden beispielsweise Brückenbauwerke im Rahmen der LVZ (Luftverteidigungszone West) gesichert. Bunkerzugang im Brückenkopf
Wenn auch leergeräumt, sind diese Bauwerke immerhin noch intakt erhalten geblieben. Kampfraum für MG

   

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Stand: 17. Dezember 2016

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