Deutsches Atlantikwall-Archiv

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Stand 11.09.2014

Neben drei Kampständen für Maschinengewehr ist auch ein Unterstellraum für eine Panzerabwehrkanone erhalten geblieben. Alle vier Bunker wurden ebenerdig errichtet und mußten mit einem sogenannten Trog versehen werden [1], um einen Schutz gegen steigendes Grundwasser aufgrund erhöhter Pegelstände des Rheins zu bekommen.

R 133aSA, Rückseite R 133aSA, innen

Der nördlichste Bunker ist ein Regelbau 133a in Sonderausführung (Stand für Dreischartenturm in A). Während seine Rückseite relativ unbeschädigt ist, sind Bereitschafts- und Kampfraum nur gesprengt erhalten geblieben.

R 133aSA, Flankierende Anlage R 133aSA, Südseite

Ein R 104b in Sonderausführung (MG-Stand mit Scharten- und Deckenplatte) schließt sich an. Hier wurde die Rückseite durch Sprengungen stark beschädigt. Beim Kampfraum sind sowohl die Scharten- als auch die Deckenplatte entfernt worden. Dieser Kampfstand besitzt zudem einen seitlich der Flankierenden Anlage angesetzten offenen Beobachter, der in seiner Art der Anbringungsweise den Ringständen ähnelt, die in den Atlantikwall-Regelbauten in deren Flügelmauern eingelassen waren.
Die rechte Seitenwand des Bunkers wurde auf 3 m Betonstärke gebracht. Und um die Verwirrung komplett zu machen: Der Bau wurde spiegelbildlich ausgeführt.

R 104bSA, ganz links die Scharte R 104bSA, Rückseite

In der Reihe folgt nun ein Unterstellraum für Panzerabwehrkanone: R 130b. Das Bauwerk ist ziemlich stark durch Sprengungen beschädigt, läßt sich aber trotz seiner spiegelbildlichen Bauweise noch identifizieren.

R 130b, Rückseite R 130b, Pak-Unterstellraum

Zuletzt ein Stand für einen 6-Schartenturm. Der Grundriß ähnelt stark dem Regelbau R 113a - einige Westwallforscher halten ihn dagegen für einen Regelbautyp 115a. Der Turm sollte nachträglich eingebaut werden. Der linke Teil der Anlage mit dem zweiten Bereitschaftsraum wurde abgesprengt und liegt heute in einem Rheinarm. Auch seine Front- und Seitenwand wurde auf die Baustärke 3 m gebracht.

Abgekippte Reste des R 115aSK Der linke Bereitschaftsraum

Typischerweise sind alle Bauwerke vom Bundesvermögensamt eingezäunt und als Gefahrenstelle deklariert worden. Wahrscheinlich werden sie demnächst komplett beseitigt. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, daß Verbotsschilder zu beachten sind!

Das Schußfeld des R 115aSK in Richtung Südwesten

In der Umgebung sind heute noch zwei Regelbauten 32 erhalten. Einer dieser Sanitätsunterstände aus dem Limes-Bauprogramm in Dettenheim-Rußheim wurde zwischenzeitlich zu einem Bunkermuseum ausgebaut. Die Hofseite des anderen R 32 liegt an einer Straße und wurde schon vor Jahren durch einen Bürgersteig versiegelt. Bislang nicht bestätigen konnten wir die Lesermeldung, daß dies ein R 31 ist. 
Ein ebenso erhaltener
Doppelgruppenunterstand R 11 weist eine Besonderheit auf: der Kampfraum wurde auf das Bauwerk aufgesetzt. Der Bunker verfügt noch über Reste seiner Tarnbemalung auf der Hofseite, ist aber verschlossen.

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband 10 - Heeresregelbauten des Atlantikwalls
[2] Kuhn, Sascha; Wein, Friedrich; Wijnands, Patrice
  Westwalltag 2003 - der Westwall im Raum Karlsruhe (Tagungsband)
  Explorate-Verlag Arno Fröba, Königsfeld 2003

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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