Deutsches Atlantikwall-Archiv

Belgien

 

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Oostende
Raversijde

Stand 03.10.2015

Die belgische Küste war eines der am stärksten befestigten Gebiete des Atlantikwalls. Davon sieht man heute nichts mehr - fast alle Stellungen wurden zugunsten des Tourismus den Dünen gleichgemacht. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen: einige einzeln stehende Bauwerke oder die eine oder andere Stellung, die bis vor kurzem militärisches Terrain war und deswegen die Aufräumungsarbeiten überlebt hat.
Etliche Bauwerke finden sich noch im Inland. Hier wird man bei der Landverteidigung von Stützpunktgruppen, bei Flugfeldern, bei Heeresküstenbatterien oder Gefechtsständen fündig. Bemerkenswert hierbei ist die Verstärkung der Bauwerke auf 3 m Wand- oder Deckenstärke.

R 502SA bei Steene HWB bei Steene

Durch die zunehmende Bebauung auch des sekundär an die Küste anschließenden Umlandes ist hier jedoch Eile geboten, um die letzten Überreste des Atlantikwalls zu finden.

Im Bereich Knokke ist bis auf ein paar Betonbrocken im Naturschutzgebiet Het Zwin alles geräumt - auch die deutschen Stellungen vom I. Weltkrieg sind kaum noch auszumachen. 
Noch 1980 vorhandene Bauwerke der Stützpunktgruppe Zeebrugge sind heute verschwunden, im Hinterland ist hier und da mal ein Überrest einer Flugabwehr- oder Eisenbahnbatterie zu entdecken.
In Blankenberghe sind noch ganze drei Bauwerke übriggeblieben: ein R 611-ähnlicher Geschützstand unter der Promenade beim Casino, ein unter einem Blumenbeet versteckter Kampfwagenturm am Westausgang und auf der Westmole ein R 677. Das war es dann schon.
Mit viel Glück entdeckt man in den Dünen bis nach Oostende noch den einen oder anderen Bauwerksrest, beispielsweise am Strand westlich von Blankenberghe.

Am meisten ist noch rund um die Stützpunktgruppe Oostende zu finden. So ist der Bereich des östlichen Hafens lange Zeit unter militärischer Hoheit gewesen - die deutschen Bauwerke wurden von den belgischen Kadetten genutzt. Replica der 120 mm Kanone in der MKB Tirpitz

Zwei der drei Küstenbatterien sind noch vorhanden: im Osten die Batterie Hundius, im Westen die Batterie Salzwedel / Tirpitz (heute ein Museum).

Behelfsmäßige OB 600 südlich des Flughafens R 630SA bei Steene

Vom weiträumigen Landverteidigungsring zeugen die Reste vom Panzerstützpunkt Steene und Blaue Schleuse. Auch der Flughafen wurde in die Landsicherung einbezogen.

Im Hinterland Oostendes befinden sich noch Reste von Heeresküstenbatterien, die die Strandzonen zu schützen hatten.  Verstärkte R 611 der HKB Hannover bei Leffinge

In Middelkerke- und Westende-Bad wurden nicht alle Strandabschnitte mit Hochhäusern zugepflastert. Demzufolge kann man in den Dünen vielleicht noch einen Bunker erahnen.

R 117 in Middelkerke Ringstand bei Westende

An der östlichen Seite der Ijser-Mündung sind auch noch Anlagen des Atlantikwalls vorhanden. Aber ebenso das noch bewirtschaftete Militärgebiet, auf dem sie - somit unzugänglich - liegen. Im Hinterland sollte man die auf freiem Feld stehende HKB bei der Ferme Bamburg besichtigen. [6]

Unterstände der HKB Bamburg R 610SA der HKB Bamburg

Von Oostduinkerke bis nach De Panne sind fast alle Bauwerke, teilweise auch erst in den letzten Jahren, beseitigt worden. Mit ein wenig Glück sieht man noch Reste der Flugplatzverteidigung, Fernmelde- und Gefechtsstände. [2]

Ringstand in Oostduinkerke Lichtsprechstand in De Panne

Im Niemandsland des Naturschutzgebietes zur französischen Grenze wurden alle Bunker mit Sand abgedeckt. Die sehenswerte Batterie Adinkerke im Hinterland ist eingezäunt worden.

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband   5 - Die 5 cm Kampfwagenkanone im Atlantikwall (Neuauflage in Farbe!)
[2] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall (vergriffen)
[3] DAWA Sonderband 13 - Panzersperren und andere Hindernisse
[4] DAWA Sonderband 18 - Militärmuseen in BeNeLux
  (mit Beschreibungen begehbarer Stellungen)
[5] DAWA Sonderband 30 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 1
[6] DAWA Sonderband 31 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 2

   

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Stand: 17. Dezember 2016

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