Deutsches Atlantikwall-Archiv

B-Werke

 

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Stand 24.05.2009

Die 32 B-Werke des Westwalls dienten zur Verstärkung der Festungslinie an besonders gefährdeten Abschnitten. Sie wurden zwischen 1937 und 1940 (teilweise sogar bis 1941) nach zwei verschiedenen Bauprinzipien erstellt. Zum einem als ein in sich kompaktes, mehrstöckiges Bauwerk, welches alle notwendigen Waffen, Aggregate und Besatzungsmitglieder aufnahm.

Zum anderen als aufgelöstes Werk, wo lediglich der Eingang und die Waffenstände an der Erdoberfläche zu finden waren, die notwendige Infrastruktur (Unterkünfte, Wasser- und Stromversorgung) jedoch unter Tage dezentral installiert wurde.

Hauptflur im 1. OG des Katzenkopfes Kreuzung zum 6-Schartenturm des Katzenkopfes

Fast alle B-Werke des Westwalls wurden auf Beschluß des Alliierten Kontrollrates (Dezember 1945) bis 1947 gesprengt. Teilweise erhalten blieb dabei das in Stollenbauweise erstellte B-Werk 'Katzenkopf' bei Irrel (nördlich Trier), welches, von der Freiwilligen Feuerwehr Irrel mühselig restauriert, heute besichtigt werden kann.

Auch das nebenan liegende Nimswerk wurde nicht vollständig zerstört.

Noch erhalten, aber öffentlich nicht zugänglich ist das Kleinst-B-Werk bei Rentrisch (heute unter einem Kindergartengelände verborgen).

Eingang zum Kleinst-B-Werk Rentrisch 3-Schartenturm vom Kleinst-B-Werk Rentrisch

Nahezu völlig intakt erhalten blieb das B-Werk bei Besseringen. Dank Einsatz von Freiwilligen konnte nun auch dieses Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mittlerweile gibt es auch geregelte Öffnungszeiten.

B-Werk Besseringen 1997 - Eingangstür
B-Werk Besseringen 1997 - 6-Schartenturm Süd B-Werk Besseringen 1997 - Ausstoßöffnung des FN-Gerätes

Folgende technische Daten des B-Werkes Besseringen seien beispielhaft für B-Werke in geschlossener Bauweise aufgezeigt:

Kennung: Bunker Nr. 38401, später WH.-Nr. 118
Bauzeit: Anfang 1938 - Ende 1939
Betonbedarf:         2.800 cbm
Stahlbedarf: 200 to
Bewaffnung: 5 schwere Maschinengewehre
  1 Maschinengranatwerfer M 19 (Kaliber 5 cm)
  1 Festungsflammenwerfer
  infanteristische Bewaffnung der Besatzung
Panzerteile: Zwei 20 P7 (6-Schartenturm für MG mit einem Gewicht von 51 to)
  90 P9 (Infanteriekleinstbeobachtungsglocke mit einem Gewicht von 6 to)
   420 P9 (Stahlring für FN-Gerät - Festungsflammenwerfer - 
  mit einem Gewicht von 2,5 to)
   424 P01 (Panzerturm für M 19 mit einem Gewicht von 63 to)
  7 P7 (Schartenplatte für Flankierende Anlage mit einem Gewicht von 7,5 to)
Zahl der Räume: 44, verteilt auf 3 Stockwerke
 
B-Werk Besseringen 1997 - Kampfraum für M 19 B-Werk Besseringen 1997 - Infanteriekleinstbeobachtungsglocke

Direkt nach der Fertigstellung zog die Besatzung ein, die das Werk dann im Sommer 1940 nach erfolgreichem Frankreichfeldzug verließ. Im Herbst 1944 wurde das B-Werk erneut mit einer Besatzung versehen, die aber nach der Umgehung Merzigs durch die Alliierten das Werk im März 1945 aufgab. Nach 1945 entfernte man fast alle beweglichen Stahlteile, danach diente das Werk als Bauschuttdeponie und wurde schließlich 1980 zugemauert und übererdet.

B-Werk Besseringen 1997 - 6-Schartenturm Süd, Schußsektoren

1997 wurde das Werk wieder freigelegt und vom gröbsten Schmutz befreit. Seit Ende 2002 wurde das B-Werk Besseringen systematisch restauriert und zum öffentlichen Besuch wiederhergerichtet. Etliche Panzerteile konnten wieder eingebaut werden und die umgebende Peripherie wurde vom Bewuchs befreit.

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Nachrichten 31 - Das B-Werk Katzenkopf bei Irrel
[2] DAWA Sonderband 16 - Militärmuseen in Deutschland

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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